Die Göttin im Holunderbusch

Die Göttin Holla hat hier ihren Wohnsitz….

Der Holunderbusch wächst besonders gerne in der Nähe von Behausungen, daher ist es meistens recht einfach, ihn zu finden. Von Mai bis Ende Juni entfaltet er seine weißen Blüten-Dolden, die weithin duften.
Diese Blüten, angesetzt mit Zucker, Zitrone, Wasser und  Weinsteinsäure, ergaben zur Heuernte ein Erfrischungsgetränk.

Es konnte allerdings nur drei Tage gelagert werden, dann ging es in Gärung über. Wir nannten dieses Getränk „Fliedersekt“. Dieser Bezeichnung war nicht ganz korrekt. Aber Fliedersekt wurde auch hergestellt. Die gleiche Mixtur  auf Flaschen gezogen, sehr fest verschlossen und 10 Tage auf der Fensterbank in der Sonne gelagert. Wobei die Flaschen immer wieder gedreht werden mussten. Dieser „Sekt“ moussierte dann in den Gläsern, wie echter Sekt.
Eine weitere Leckerei, hauptsächlich für uns Kinder war, Fliederbeersuppe mit Eischnee und anschließend Pfannekuchen mit Fliederbeermarmelade.
Im Volksglauben hausen die guten Hausgeister in Holunder-Bäumen, daher überlegt sich der abergläubische Landbewohner ganz genau, ob er einen Holunder fällen soll oder nicht.
Der Holunderbusch war der Lieblingsbaum der germanischen Göttin Holla, die wir als Frau Holle vor allem durch das Grimm-Märchen kennen.
Bei den Germanen stand Frau Holla als Hausgöttin in hohem Ansehen. Besonders in Bayern und Schwaben sowie im Elsaß war ihre Verehrung weitverbreitet.
Die Göttin Holla, Holda oder Hohe war eine den Menschen zugeneigte, ihnen freundlich und mild gesonnene Göttin, die Pflanzen und Menschen Schutz gab. Sie konnte vor allem die Menschen von Krankheiten heilen. Sie wurde als stets helfende Muttergöttin, überhaupt als eine weise Frau angesehen. Die Menschen verehrten in ihr die Güte der Mutter Erde und das strahlende Himmelslicht zugleich. Ihr Name hat den gleichen Ursprung wie die Worte ,,hold“ oder ,,Huld“. In manchen Gegenden wurde sie auch Perchtha genannt, es ist die ursprüngliche Form des Namens Bertha. Der Name bedeutet ,,die Strahlende“. Auch die germanische Liebesgöttin Freya soll eine besondere Beziehung zum Holunderbusch haben und in dem Strauch wohnen.

2 Kommentare zu “Die Göttin im Holunderbusch

    • Danke für den Hinweis. Deine ausführlichen Schilderungen über die Vielzahl der Göttinnen in deinem Blog haben mich sehr beeindruckt.

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